Donnerstag, 27. September 2012

Die Jugendgerichtsbarkeit und die zeitnahe Bestrafung

In Jugendsachen soll es eigentlich möglichst zügig nach einer Tat zu einer Verhandlung kommen.
Der Grundgedanke ist, dass der Jugendliche unmittelbar die Folgen seines Tuns zu spüren bekommen soll.

In der Praxi sieht das dann leider oft ganz anders aus. 

Ich hatte mit einem - mittlerweile nicht mehr - jugendlichen Mandanten endlich Termin beim Jugendschöffengericht. Endlich bedeutet 2,5 Jahre nach der Tat. 
Alle waren da, bis auf eine Schöffin.

Leider konnte der Vorsitzende nicht feststellen, ob die Schöffin überhaupt geladen war. Denn "seine" Geschäftsstelle war in Urlaub. Und die Vertretung, die nun für zwei Geschäftsstellen zuständig war, irgendwie nicht auffindbar.

Der Vorsitzende konnte auch nicht neu terminieren, denn auch er war nur Vertretung für den eigentlich zuständigen Richter, der aber gerade 2,5 Monate im Krankenschein gewesen ist und jetzt immer noch noch nicht lange genug sitzen konnte um eine komplette Verhandlung zu führen. Der neue Termin kommt dann von amtswegen. Irgendwann. Und da ich mit dem entsprechenden Richter in andern Sachen bei der Terminierung bereits im April 2013 bin, weiß ich auch, wann dieser neue Termin sein wird...

1 Kommentar:

  1. Naja zumindest ist die lange Verfahrensdauer bei der Strafzumessung zugunsten Ihres Mandanten zu berücksichtigen.

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